Mittwoch, 15. August 2018

[Rezension] Leben ist mein Schmetterling - Christine Eder



Der junge Andrej wird mit einem Freispruch aus dem Gefängnis entlassen, dennoch fühlt er sich nicht frei. Alpträume und Erinnerungen an seine schwere Vergangenheit plagen den Zwanzigjährigen. Er will neu anfangen, sich ändern und endlich ein normales Leben führen. Doch er beginnt wieder, in sein altes Muster zu verfallen, bis sein Leben endlich einen Wendepunkt zu erreichen scheint. Er lernt die flippige Lera kennen, die in ihm Gefühle auslöst, von denen er glaubte, sie seien bereits erloschen. Sie sieht die wesentlichen Dinge im Leben und weckt in Andrej die Hoffnung, seiner Vergangenheit entfliehen zu können.


Verlag: Selfpublish | Preis: 12,99€ | Seiten: 384 | Erschienen: 4.12.17

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Wisst ihr was schön ist?
Besondere Geschichten aus dem Leben, bei denen nicht alles perfekt ist, bei denen nicht jedes Wort wie einstudiert sitzt, bei denen Dinge passieren, denen man sich nicht entziehen kann obwohl man gerne würde.

Die Geschichte von Andrej und Lera ist keine Liebesgeschichte, wie man sie erwartet, denn sie ist voller Steine, Steine, die es wirklich zu überwinden gilt ! 
Und der Leser darf an dieser Reise teilhaben, darf miterleben, wie es sich anfühlt, wenn alles schief geht und nur ein winziges Lich, ein Flügelschlag der Hoffnung einen über Wasser hält. Das ist Andrej, Andrej, der keine Hoffnung in sich hat, der sich selbst verloren hat und sich allein nicht finden kann. Doch manchmal braucht es nur einen winzigen Schmetterling, der den Weg ein Stück vorraus fliegt. Das ist Lera. Sie steht im Leben, sie weiß was sie will und was nicht. Aber Andrej bringt sie aus dem Konzept, denn ihr Konzept ist Flucht. Nur das Andrej sie wieder und wieder einfängt bis das Bedürfnis zu fliehen etwas anderem weicht.
Das habe ich gefühlt. Und diese Gefühle waren intensiv.

Mag sein, dass die Geschichte hier und da nicht ganz perfekt ist aber ich finde, dass es das ist, was sie charmant macht, was ihr Leben und authentizit einhaucht und ihr Flügel verleiht.
Es ist so viel mehr, wenn wir genau hinsehen. Und aus Nichts kann alles wachsen, das hat mir diese Geschichte mit auf den Weg gegeben. 

Es hat mir außerdem wirklich Spaß gemacht Andrej und Lera bei ihren Tänzen Gesellschaft zu leisten, ihnen durch die Stadt zu folgen und mit ihnen all das zu erleben, was sie erlebt haben.
Ich war gerührt und aufgewühlt, glücklich und traurig und verärgert und ängstlich, all das hat mich dieses Buch fühlen lassen und noch mehr.

Christine Eder hat ein Talent dem Leser einen Einblick zu verschaffen, den wir sonst nicht kriegen.
Ihre Figuren sind aus Russland und leben seit einer Weile in Deutschland, was im Buch auch ein wichtiger Punkt ist. Mir war zwar immer bewusst, dass man es nicht immer leicht hat z.B. einen Job zu finden, wenn man die Sprache nicht beherrscht aber das es wirklich so schwer ist und die Hoffnungslosigkeit die damit einhergeht war mir nicht in vollem Ausmaß bewusst. Dieser Einblick ist für mich wirklich wertvoll, weil ich somit das Gefühl habe einiges an Verständnis dazu gewonnen zu haben. Nicht nur in den Lesestunden also sondern auch fürs Leben hat mir dieses Buch etwas gegeben. 




Gemeinsam sind Lera und Andrej jedenfalls nicht aufzuhalten. Und diese tiefe Liebe fand ich bedeutsam und zugleich wahnsinnig schön, vor allem, weil Andrej sich richtig rein hängen musste.
Eine Szene, die mir mit am besten gefallen hat war eine in der Andrej wirklich Mist gebaut hat. Warum?
Weil diese Stelle viel mehr aus dem Leben gegriffen war als viele andere in anderen Büchern, damit hat Christine für mich etwas großes getan, denn sie hat damit alles auf eine harte Probe gestellt, was selten vorkommt. Ich kann und werde nicht genauer darauf eingehen, lest selbst. Aber mich hat das ganze so überzeugt, es war so nah und echt, dass ich eine kurze Pause gemacht habe um es sacken zu lassen.

Ist das nicht ein mega schönes Cover? Ich liebe es abgöttisch, mir gefällt, dass es zwar schlicht aber trotzdem besonder ist und den Inhalt wiederspiegelt.
Außerdem werdet ihr im Inneren noch großartig überrascht. Mehr sage ich nicht,



 Ich mag Christines Stil sehr, er ist weich und nicht zu derb und sie verleiht ihren Charakteren einzigartige Echtheit.





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