Freitag, 17. August 2018

[Interview & Special] Anna Seidl - Helden



Hallo ihr Lieben, es ist mir wirklich eine Ehre, das hier machen zu dürfen.
Gemeinsam mit Jules Melony [Geile Zeile - DER BUCHBLOG] konnte ich Anna Seidl der Autorin von ''Es wird keine Helden geben'' die ich unglaublich für dieses Werk bewundere einige Fragen stellen.
Es ist etwas ganz besonderes für uns beide gewesen, da Jules und ich Anna wirklich sehr bewundern und im Fangirlmodus sind wir nach diesem großartigem Interview ohnehin!





Hallo Anna, 
vielen Dank, dass ich dir meine Fragen stellen darf. 
Das freut mich wahnsinnig, weil mir dein Buch sehr wichtig ist.

Hallo Nessie, das mache ich sehr gerne! Ich freue mich immer sehr, auf Menschen zu Treffen, die mein Buch gerne gelesen haben. Vor allem, wenn sie dem Buch so viel abgewinnen können wie du.




Um ein wenig mehr zu erfahren erzähl uns doch ein wenig von dir.

Ich hasse diese Frage ehrlich gesagt ein wenig. Ich weiß dabei nie, was genau ihr von mir hören wollt. Aber ich versuche es mal: Ich bin gerade 23 Jahre alt geworden und arbeite in einer Bank. Nebenbei studiere ich. Die Leute fragen mich oft, wie Bücher schreiben und in einer Bank arbeiten zusammenpassen. Ich denke, dass gerade der Kontrast zwischen diesen beiden Tätigkeiten mir hilft, mich auf die Charakter und Welten einzulassen, über die ich Schreibe. Ich habe zwei Katzen und höre unglaublich gerne Musik. Vor allem die alternative und rockige Szene. Ich höre beim Schreiben immer Musik. Ohne könnte ich gar nicht existieren. Es gibt für mich nichts schöneres, als an eine verregneten Tag mit einer Tasse Tee an einer Geschichte zu schreiben.




Warum hast du dir ein so schwieriges Thema ausgesucht?


Ich denke eher, dass das Thema mich ausgesucht hat. Das klingt vielleicht erst mal blöd, aber ich hatte kaum eine andere Wahl, als über einen Amoklauf zu schreiben. Ich finde, in der heutigen Zeit wird man ständig mit diesem Thema konfrontiert. Es passiert leider so vieles. Als Schülerin hatte ich einmal einen Albtraum, in dem an meiner Schule ein Amoklauf stattfand. Dieser Traum hat mich sehr lange beschäftigt. Und das Schreiben schon immer meine Art war, über gewisse Dinge nachzudenken, fing ich also an, eine Geschichte zu entwickeln. Ich hätte niemals gedacht, dass daraus so ein großes Ding werden würde.




Hast du zur Zeit Projekte an denen du schreibst, ist schon mehr geplant wenn ja versorg uns bitte mit allen Infos die du geben kannst und darfst. Wir sind unglaublich neugierig! Und werden die neuen Schreibprojekte wieder ähnlich schwere Thematiken beinhalten?


Ja, ich schreibe zur Zeit sogar an zwei Dingen gleichzeitig. Sie sind sehr unterschiedlich. In der einen Geschichte geht es wieder sehr ernst und realistisch vor. Ich möchte nicht sagen, dass sie gleich ist wie Mirjams Geschichte, denn das wäre mir zu langweilig und berechenbar. Aber sie hat schon gewissen Parallelen. Aber das Manuskript hierzu ist noch nicht fertig, ich stecke mitten im Schreibprozess. Mein zweites Projekt habe ich Anfang diesen Jahres fertiggestellt. Ich hoffe sehr, dass es in Zukunft ein Zuhause bei einem Verlag findet, damit auch ihr es lesen könnt. Es ist aber eine vollkommen andere Sache wie mein erster Roman. Es handelt sich nämlich um einen Fantasy-Roman.



Welchen Schriftsteller bewunderst du am meisten und warum?

Cornelia Funke hat damals den Wunsch in mir ausgelöst, Autorin werden zu wollen. Ich hatte bereits vor "Tintentod" ab und zu geschrieben, aber nach diesem Roman wollte ich auch Welten erschaffen können, so wie die Autorin. Deshalb ist sie wohl die Heldin meiner Kindheit. Aber ich bin mir nicht sicher, ob ich sie deshalb mehr bewundere als andere Autoren. Sie hat etwas tolles und bewundernswertes erschaffen. Eine Welt, in der man sich selbst vollkommen vergessen kann und nur noch die Charakter existieren. Aber das können einige Autoren und ich möchte die Meisterwerke dieser Personen natürlich nicht als weniger Wert ansehen. Und natürlich gibt es tausende Autoren in anderen Teilen der Welt, die mit ihren Büchern jeden Tag riskieren, eingesperrt oder getötet zu werden. Und trotzdem schreiben sie, für die Freiheit. Ich denke, sie sind auch alle meine Helden, obwohl ich viele von ihnen wahrscheinlich nicht einmal kenne. Aber ihnen sind ihre Worte, ihre Geschichten und Freiheit wichtiger als ihr Leben. Und das finde ich viel bewundernswerter wie alles, was ich je erreichen könnte.




Wenn du den Teenagern von heute etwas mit auf den Weg geben könntest, was wäre das ?

Das ist sehr einfach: Lebt. Wir leben auf einem Kontinent, wo wir sehr viele Möglichkeiten haben. Und ihr habt sie alle noch. Ihr könnt sogar zu Teilen entscheiden, welcher Mensch ihr eines Tages sein wollt. Genießt euer Leben und probiert euch aus. Und glaubt an euch selbst. Wenn ihr das tut, ist es viel einfacher, aufzustehen, wenn etwas oder jemand euch verletzt. Und irgendwann wird das sicherlich geschehen. Und wenn es soweit ist, liegt es an eurer Kraft, wieder aufzustehen. Auch das wollte ich mit meinem Roman nämlich ausdrücken: Ein gutes Leben ist keine Selbstverständlichkeit. Und so sollte man dieses Leben auch behandeln, falls es gerade gut ist.



Ist es dir schwer gefallen die Idee von deinem Buch umzusetzen und falls ja warum genau?

Nicht wirklich. Ich hatte mal nach ca. 2/3 des Buches eine kleine Schaffenskrise und musste eine Pause einlegen. Aber ansonsten war es einfach, die richtigen Worte zu finden, um Mirjam und ihr Leben umschreiben zu können. Viel schwieriger war es für mich, mit all den Emotionen umzugehen, die während des Schreibens auf mich zukamen. Manchmal habe ich um Mirjam und die anderen Charakter beim Schreiben tatsächlich sogar geweint.




Was ist dein größter Traum?

Ich würde natürlich gerne eines Tages vom Schreiben leben können. Es ist eine schöne Vorstellung, nur noch Geschichten zu entwickeln, zu schreiben und auf Lesungen Leser von mir zu treffen. Aber ich weiß natürlich, dass das ein sehr großer Traum ist, der vermutlich nicht in Erfüllung gehen wird. Aber ich denke, dafür sind Träume schließlich da, zum träumen.



Vielen Dank für deine Antworten und deine Zeit.






Für alle, die noch nicht wissen, worum es in ''Es wird keine Helden geben'' geht, hier bekommt ihr noch den Klappentext und könnt, wenn ihr wollt meine [Rezension] lesen.
Und hier könnt ihr Jules [Rezension] lesen.


Klappentext:
Alles beginnt wie ein normaler 
Schultag. Doch kurz nach dem Pausengong hört Miriam einen Schuss. 
Zunächst versteht niemand, was 
passiert ist, aber dann herrschen 
Chaos und nackte Angst. Matias, 
ein Schüler aus ihrer Parallelklasse, schießt um sich. Miriams 
Freund Tobi wird tödlich getroffen. Sie überlebt – fragt sich aber, 
ob das Leben ohne Tobi und mit 
den schlimmen Albträumen noch 
einen Sinn hat. Waren Miriam 
und ihre Mitschüler Schuld an der 
Katastrophe?




''Das Leben ist eine zerbrechliche, kurze Sache. Jeder lebt nur ein einziges Mal. Jeder ist etwas besonderes. Und deshalb zerstört man nicht nur einen Menschen , sondern eine ganze Welt. Deshalb hat niemand das Recht eine Waffe auf dich zu richten. Niemals.''
- ''Es wird keine Helden'' von Anna Seidl

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Eine Idee von Jules, was definiert einen Helden, Was ist für dich ein Held? 

Für mich ist ein Held jemand, der mit Kleinigkeiten großes tut. Jemand, der mir an einem blöden Tag ein Lächeln ins Gesicht zaubert.
Aber die größten Helden, denen ich in meinem Leben begegnet bin sind Mütter. 
Sie halten so viel aus. Jedes Wehwehchen, jeder Wackelzahn, jede Unsicherheit, jede ''Einschränkung'', jede tausendfach gelesene Geschichte, jede lange Nacht und noch viel mehr. Und nie sprechen sie von aushalten. Sie meckern, zetern und sind manchmal furchbar mies gelaunt aber sie sind 24/7 im Einsatz, haben nie Feierabend oder Urlaub, haben nie den Kopf frei.
Für ihre Kinder sind sie die größten. Auch wenn sie im Einkaufsladen zu laut sind, Blicke auf sich ziehen und ihren Kindern 1000 Mal erklären warum es keine Süßigkeit an der Kasse gibt. Es ist eine Entscheidung meistens Mutter zu sein, natürlich. Aber dennoch sind sie verdammte Heldinnen. Allen voran meine eigene Mama !
Aber wir alle können etwas mehr Held sein indem wir auf andere achten, indem wir jedes einzelne Leben wert schätzen und niemanden gering schätzen!


Und hier müsst ihr unbedingt auch vorbei schauen, denn ihr findet bei Jules noch viele weitere Antworten von Anna zu wirklich interessanten Fragen!
[Jules Beitrag findet ihr hier > Klick ]





Wie definiert ihr einen Held?
Habt ihr das Buch gelesen? Wie hat es euch gefallen? Was sagt ihr zur Thematik?



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