Montag, 23. April 2018

[Rezension] Moral ist frei von Gesetz und Oerdnung - Lasse Bekker


Normalerweise fasse ich das selbst zusammen, hier muss ich euch aber den Klappentext zeigen, weil ich finde, dass er wirklich mehr aussagt als ich zusammen fassen kann ohne es lediglich um zu schreiben.

Klappentext:
Auf der Suche nach sich selbst findet er Grausames und lernt Gutes kennen. Doch was wird aus jemandem, der ganz allein reist? Was passiert, wenn man sich in fremde Angelegenheiten einmischt? Ein Weg über unglückliche Schicksale, Drogen, Geld und Macht führt zu einem Imperium. Einfach mal weg. Aber einfach ist plötzlich gar nichts mehr. Auszubrechen aus dem Alltagstrott ist schwerer als gedacht. Abschalten wollen, aber es nicht können, weil man mit einem Mal in einer Situation feststeckt, aus der es sich nur schwer wieder herauswinden lässt. Gefahren sehen, aber nicht verstehen. Entscheidungen treffen und Konsequenzen daraus ziehen. Diese Novelle stellt die Welt auf den Kopf. Ein Protagonist, der aus dem alltäglichen Trott ausbricht, ist auf der Suche nach sich selbst. Doch was findet er? Wohin führt seine ungeplante Reise? Terror in der Welt als Auslöser aktueller Geschehnisse. Bomben hageln, Drogen werden ganz professionell und legal verkauft. Ein Zukunftsszenario! Ein Zukunftsszenario? Legal oder illegal? Wenn Drogen illegal sind, wieso sind es manche Menschen dann auch? Moralisch handeln, aber das Gesetz missachten. Der Ordnung den Garaus machen, aber den Überblick über das Land behalten. Suchen und finden. Erleben und erlebt werden. Krisen bewältigen. Menschen retten.





Skeptisch war ich. Ja. 
Denn es ist weder eine für mich typische Lektüre noch hatte ich vorher davon gehört.
Aber letztlich überwog die Neugier und ich sagte zu das Buch zu lesen und eine Rezension zu schreiben.
Zum Glück.

Kleines Buch große Wirkung, große Nachwirkung, großes Nachdenken. 
Dieses Buch greift auf, was noch vor kurzem auf jedem Nachrichtensender präsent war. Mittlerweile mag der Sturm abgeflaut sein, aber die größeren Probleme sind immer noch da, immer noch gleich
Und vor all diesen Problemen steht plötzlich auch der Protagonist, James.
Er sieht das Elend in der Welt, Menschen, die von weither flüchten. Machtgier und Habgier reichen sich die Hände und der Mensch als Mensch ist nichts mehr wert. Das laut zu sagen bedarf nicht nur Mut sondern sollte auch gehört werden.

Es geht wie schon im Klappentext erwähnt auch darum, dass man nicht immer moralisch korrekt und legal handeln kann. So jedenfalls ist es hier. Und auch wenn ich darüber vorher nie großartig nachgedacht habe, macht es hier einfach Sinn. Meiner Meinung nach. Es gibt immer Vorteile und Nachteile, aber mir wurden die Vorteile näher gebracht.
Das aber war gar nicht der Punkt, der das Buch für mich so lesenswert gemacht hat. Das hat es für mich nämlich, weil ich mich wieder gefunden habe, meine Sicht der Dinge, mein denken über Menschen und das wir alle eine Rasse sind: Mensch. Ob gelbgepunktet oder rotgestreift, wir sind alle gleich. Niemand sollte anders behandelt werden auch nicht dann, wenn man rotgestreift ist und ein anderer rotgestreifter Mensch etwas schlimmes tut. Denn dafür ist nur der Mensch, der es getan hat verantwortlich, nicht alle anderen die aussehen wie er. Ich finde, dass diese Message wahnsinnig gut transportiert wurde und durch die Kürze des Buches auch im Kern ankommen und wirken konnten.

Nichtsdestotrotz hätte ich mir mehr von Lasse Bekker gewünscht, hundert Seiten mehr, mehr Geschichte, mehr Hintergrund, mehr Details. Versteht mich nicht falsch, denn das hat dem Buch keinen Abbruch getan, sondern soll nur sagen, dass ich noch mehr hätte lesen wollen, weil ich drin war in der Thematik, weil mir der Stil gefallen hat, weil der Protagonist mir sympathisch war.

Die Denkweise von James gefiel mir, seine gewählten Worte, sein Innenleben. All das war wirklich besonder mitzuverfolgen, denn eigentlich war er auf der Suche nach sich selbst und hat dabei so viel mehr gefunden und gesehen als nur sich. 
Ich habe diese Reise mit ihm gemeinsam unternommen und habe mit ihm gefühlt. Und auch die Kürze des Buches konnte nicht verhindern, dass mir all das ans Herz gewachsen ist.



Lasse Bekker hält sich nicht mit bunten Hintergründen auf, sondern schreibt kurz und bündig, klare verständliche und vor allem ins Schwarze treffende, nachklingende Worte.




Es ist schlicht und einfach und braucht auch keine Schnörkel, denn es sagt einem Irgendwie schon direkt: ''Schau ins Innere''.





[Vielen Dank an dich, Lasse Bekker für dein Vertrauen und dieses außergewöhnliche, kleine Buch]

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