Donnerstag, 5. April 2018

[Rezension] Fallen Queen - Ein Apfel rot wie Blut - Ana Woods

Zwei Schwestern. Einst die besten Freundinnen, werden zu erbitterten Feinden.
Ein Apfel, der eine Königin zu Fall bringt.

Eira darf erst heiraten, wenn auch ihre Schwester Nerina und Königin von Arzu einen Gemahl erwählt hat und als diese das endlich tut, um ihrer Schwester Eira ihren Wunsch zu erfüllen bricht alles zusammen, denn: Was geschieht, wenn beide den gleichen Mann lieben?
Nerina wird zum Tode verurteilt und nur der verwunschene Wald, den niemals  jemand wieder verlassen hat kann ihr einen sicheren Ort bieten.









Ich habe vorher schon gehört, wie toll dieses Buch sein soll und dem kann ich mich nur anschließen.
Mich hat diese Geschichte von Anfang an in eine ganz andere Welt entführt, in eine dunkle, grausame Welt, die mich vom ersten Moment an fasziniert und nicht mehr losgelassen hat.
Gerade die düstere Stimmung fand ich unglaublich gelungen, man spürt, dass ein Gewitter naht aber man weiß nie, wann es losbrechen wird, bis es dann einfach geschieht. Es jagte mir Schauder über den Rücken, wieder und wieder.

Schneewittchen mal ganz anders und ehrlich gesagt gefällt mir die Version von Ana Woods tausend mal besser.
Ich habe eine Welt kennengelernt, die zugleich märchenhaft und finster ist, die genau das ausmachte, was meiner Meinung nach oft fehlt. Die Waage hält ein perfektes Gewicht zwischen Gut und Böse, bis das Böse überwiegt und man völlig im Dunklen steht, verzweifelt und allein und der Lichtblick auf sich warten lässt. Ich habe das alles mit Nerina gefühlt.



Nerina ist für mich eine ungewöhnlich selbstlose Protagonistin, eine bei der es aber nicht aufgesetzt wirkt sondern echt. Ich habe ihr jedes Wort abgekauft, jedes Mal zugestimmt, wenn sie mit ihrem Volk gelitten hat, jeden Verzweifelten Moment in dem sie versucht etwas zu finden, das diese Menschen rettet habe ich mit ihr erlebt.

Ein ums andere Mal gelang es Ana Woods mich völlig aus der Reserve zu locken, so sehr, dass ich schockiert die Augen aufreißen musste, und mir die Tränen in die Augen stiegen, weil ich so viel Grausamkeit nicht erwartet hatte. Sie spielt extrem mit den Gefühlen ihrer Leser und auch ihrer Protagonistin, aber sie macht es auf eine nervenaufreibende Art. Du weißt nichts mehr außer, dass du diese Geschichte zu ende lesen musst. Du musst. Und dann ist sie irgendwann viel zu schnell zu ende und du könntest schreien, weil du mehr wissen willst. Es ist wie mit der kleinen Geschichtew in der Geschichte, aber dazu müsst ihr selbst mehr lesen.

Für mich war es eine fantastische Reise in ein Märchenland, das mit mehr Dunkelheit als märchenhaft schönen Orten aufwarten konnte und ich habe das sehr genossen. Die Atmosphäre, die dieses Buch hat ist drückend, düster und teilweise sehr hoffnungslos und das habe ich geliebt. Ich konnte darin völlig aufgehen und mit hoffen, dass bald alles gut wird. Aber so einfach ist es eben nicht. 

Gut ist nicht gleich gut und böse ist noch nicht gleich böse.


Ich finde, dass die Autorin ein totales Gespür dafür hat, wie sie mit ihren Lesern spielen kann, wann sie eine Szene blutrünstig schreiben muss und wann das ganze etwas Licht vertragen kann. Die Mischung fand ich sehr gut, so war ich nicht völlig im Grauen gefangen aber auch nicht in einer eitel Sonnenschein Welt. 

Muss ich da was zu sagen? Ich liebe es. So sehr. Es spiegelt so unfassbar gut wieder wie diese Geschichte ist, es passt perfekt, und zu dem ist es nicht nur passend sondern auch wunderschön und dieser Apfel sieht einfach wahnsinnig lecker aus.



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